Berneck: Weine aus dem Friaul: überraschende Entdeckungen aus dem Norden Italiens
62 weinbegeisterte Freunde der Weingilde Gallus fanden sich am Samstag, 19. September 2026 im Ochsen Berneck ein und erlebten einen höchst spannenden Abend mit Ueli Schiess und kulinarische Höhepunkte aus der Ochsenküche.
Wenn man von italienischen Weissweinen spricht, kommt man an einer Region nicht vorbei: Friaul - oder ganz korrekt Friaul – julisch Venetien. Die geographische Lage gewährleistet, dass eine Vielzahl von Rebsorten angebaut werden kann, auch Rotweine. Ueli Schiess, der seit Jahrzehnten mit seiner Weinhandlung Caratello AG viele persönliche Kontakte zu den renommiertesten Weinproduzenten Italiens pflegt, erklärte die wechselvolle Geschichte der Region im äussersten Norden Italiens und stellte die grossen Winzerpersönlichkeiten mit ihren Weinen vor.
Nach dem Apéro mit dem eleganten Vino Grigio von Romano Vitas wurden drei Weissweine eingeschenkt; Der frische Friulano mit feinen Holznoten von Nicoila Manferrari vom Borgo del Tiglio, ein Ribolla der Familie Venica & Venica nahe zur slowenischen Grenze mit sortentypischer Frische und vom gleichen Weingut ein Sauvigion mit angenehmer Frische im Mund und langer geschmacklicher Persistenz. Ohne Zweifel zeigte sich: Friaul ist (nebst Südtirol) die beste Region für Spitzenweißweine in Italien.
Peter Kast von der Ochsenküche hatte kulinarisch auch für friaulische Aufspürungen gesorgt: Die breite Vorspeisenvatiation begeisterte: San Daniele Rohschinken mit Melonenkugeln, Randenkäsknödeln mit Salbei auf Krautsalat, geräucherte Bergforelle und Tatar mit Kren Apfelstücken und Ruccola, Shot von der Weinsuppe von Pinot grigio.
Genussreiches Erstaunen auch bei der zweiten Degustationsrunde mit Rotweinen, alle drei von venica & venica: Der Merlot colline überzeugte mit schöner Komplexität; intensive Farbe, dunkle Frucht und kernige Tamine die Merkmale des Refosco, einer autochthonen Rebsorte. Verblüffend auch der dritte Rotwein: der vollmundige Schioppettino mit samtigen Tanninen.
Zu diesen Weinen passte wunderbar der „Arrosto di vitello“ an kräftigem Thymianjus mit einem Polentaring mit Eierschwämmliragout und Zwetschgen mit Landrauchgeschmack. Einfach grossartig, was die Ochsenküche ein weiteres Mal auf den Teller zauberte.
„Zurück zum Ursprung um weiterzukommen“ lautet der Wahlspruch von Josko Gravner, der anerkannten Winzergrösse im Friaul und Weinfreund von Ueli Schiess. Ueli stellte diesen höchst interessanten Winzer, der urunbeirrt seinen Weg gegangen ist, vor. Der während vielen Jahren in Amphoren ausgereifte Ribolla gialla war zweifellos der önologische Höhepunkt des Weinabends. Ein Wein mit Kultstatus!
Nichts Süsses passte dazu, sondern zum Dessert die Käsevariation mit Hart- und Weichkäsen, dazu Feigensenf und Birnbrot.
Zeremonienmeister Charles Martignoni wusste mit markanten Worten Ueli Schiess für den höchst interessanten Abend zu ehren und mit grossem Applaus bedankten sich auch alle Teilnehmer. Gildenmeister Franz Bertsch dankte der Gildenschreiberin Petra Schlegel und Weinmagister Kaspar Wetli für die Organisation des höchst genussreichen Themenabends.
Bericht und Bilder: Beda Germann