Der Malbec war eine önologische Reise wert! Genauso wie das wunderschöne Schloss Weinstein oberhalb Marbach, welches uns auch bei Regenwetter mit einer traumhaften Aussicht über das St. Galler Rheintal mit dem benachbarten Vorarlberg empfing und mit dem typischen Schloss-Charme verzauberte.
40 Mitglieder und Gäste der Weingilde Gallus folgten am letzten Samstag im September der Einladung von Kaspar Wetli zum Themenabend «Malbec». Der Winzer und 1. Weinmagister Kaspar Wetli, unser Käp, übertraf mit seiner Organisation dieses rundum gelungenen Wein-Anlasses der Weingilde Gallus einmal mehr all unsere Erwartungen. Er führte uns, zusammen mit der charmanten Magdalena Ott, durch einen spannenden, lehrreichen, wunderschönen und fröhlichen Abend.
Nach dem Apéro hiess unser Gildenmeister, Franz Bertsch, alle Mitglieder und Gäste herzlich willkommen und übergab das Wort an Magdalena Ott, Bachelor in International Wine Business und einem Masterabschluss FH. Magdalena zog die Anwesenden mit ihren Erzählungen über die Geschichte des Malbec sogleich in ihren Bann. Sie erzählte von der Entstehung, der Auswanderung und Rückkehr des Malbec. Im 16. – 18. Jahrhundert war er in Frankreich angesiedelt. Für damalige Zeiten reiste er bereits innerhalb Frankreichs sehr weit, von der Provinz Quercy nach Bordeaux. Leider fielen 1956 sämtliche Reben einem Frost zum Opfer und der Malbec wanderte nach Argentinien aus. Auf Grund einer Überproduktion fand er glücklicherweise den Weg wieder zurück nach Europa und wird heute in Frankreich, Spanien, Italien und – man höre und staune - im Appenzellerland angebaut. Weitere Anbaugebiete finden sich in Australien, Neuseeland, Südafrika, Chile, USA, Moldau.
Magdalena wies uns während der Degustation und dem Abendessen auf die verschiedenen Eigenschaften der acht Malbec-Weine hin, sowie auf Anbaugebiete und geschichtliche Hintergründe. Wir bekamen Einblicke in Cassis-Geschmack, runder Abgang, 14,9 Volumenprozente, Zusammensetzung von 90% Malbec - 5%Syrah und 5% Petit Verdot, Weinanbau auf 2'800 Meter über Meer, Anbauflächen in Hektaren, in verschiedenen Ländern usw.
Alle genossen die ausgezeichneten Weine aus aller Welt und der Appenzeller-Malbec wurde von uns Schreibenden sogleich zum Lieblingswein des Abends erkoren. Andere bevorzugten den Malbec aus Chile, Frankreich oder Argentinien - es kamen alle voll auf ihre Kosten.
Auch das ausgezeichnete Vier-Gang-Menue war ein Highlight des Abends und der Riebelmais erinnerte uns, dass wir weder in Chile noch im Appenzellerland, sondern im Rheintal dinierten.
Der Abend verging wie im Flug. Zum Abschluss bedankten sich Gildenmeister Franz Bertsch und Zeremonienmeister Charles Martignoni bei allen, welche zum Gelingen des wunderschönen Abends beigetragen haben. Dem Küchen- und Servicepersonal für alles rund um den Gaumen, Kaspar Wetli und seiner Frau Susanne für die super Organisation und die sympathische Begleitung durch den Abend und natürlich Magdalena Ott für Ihre spannende und professionelle Moderation.
Zufrieden reisten wir nach Hause, mit der Gewissheit, dass wir für den Malbec jederzeit wieder eine Reise in Angriff nehmen würden.
Bericht und Fotos: Gertrud Rechsteiner und Roman Messmer