Weingala Sizilien
Sizilien ist die grösste Weinbauregion Italiens. Von der grossen Vielfalt konnten sich die Teilnehmenden an einem festlichen Anlass im Restaurant Krone in Winterthur überzeugen. An einem kalten Novemberabend trafen sich 30 Weinfreunde und konnten sich an den südländischen Weinen und einem sizilianischen Menü erwärmen.
Die Weine wurden durch Markus Betschart von der Firma Zweifel Weine vorgestellt. Von ihm erfuhren wir, dass der Weinbau in Sizilien eine jahrhundertlange Tradition hat. Die Rebfläche beträgt über 100'000 Hektaren, wobei ein grosser Teil der Trauben für die Herstellung von Marsala verwendet wird. Dadurch werden heute noch überwiegend weisse Traubensorten angebaut.
Die zum Apéro servierten Bruschettas wurden begleitet von einem Catarratto der Casa Vinicola Fazio. Diese autochthone Sorte überzeugt durch ihre Harmonie, Vollmundigkeit und einen anhaltenden Abgang. Dank dem Ausbau im Stahltank ist er ein idealer Apéro-Wein. Aus dem gleichen Hause stammt der Nero d’Avola, welcher 6 Monate auf der Hefe ausgebaut wurde und am Gaumen samtig und elegant wirkte.
Zur Vorspeise machten wir einen Abstecher ins nachbarliche Kalabrien mit dem Weisswein Madre Goccia von der Tenuta Iuzzolini. Dieser wird aus den Traubensorten Greco Bianco (90%) und einem kleinen Teil Chardonnay gekeltert. Ein leichter und fruchtiger Tropfen, der vor allem zu Meeresfrüchten passt. Der im Barrique ausgebaute Grillo des Produzenten Feudo Maccari ist ein perfekter Essensbegleiter mit einer guten Struktur und den feinen Tanninen.
Bei einem Zwischenflight erfolgte ein Vergleich zwischen Sardinien und Sizilien. Der Granadu Cannonau der Tenuta Smeralda wird nach zweiwöchiger Maischengärung im Stahltank ausgebaut und besticht durch seine Ausgewogenheit und einem schönen Abgang. Der sizilanische Syrah der Casa Vinicola Fazio war deutlich kräftiger. Trotz dem Ausbau im Barrique gefällt dieser Wein durch seine Fruchtigkeit und Samtigkeit.
Zum Hauptgang wurde ein palermitanisches Kalbsschnitzel serviert. Zur Begleitung verkosteten wir einen Nero d’Avola von Feudo Maccari. Der SAIA aus dem Jahre 2020 lagert 6 Monate in französischen Barriques und nochmals solange auf der Flasche. Der Wein präsentierte sich sehr kräftig und mit viel Gerbstoff und kann gerne noch länger gelagert werden. Grossen Zuspruch fand der Rubinus der Tenuta Smeralda aus Sardinien. Aus der Traubensorte Barbera Sarda (nicht verwandt mit dem piemontesischen Barbera) und weiteren Sorten gekeltert, besticht dieser Wein durch seine gute Struktur und den langanhaltenden Abgang. Der Holzausbau ermöglicht eine Lagerung von mindestens 10 Jahren.
Zum Abschluss genossen wir ein Tiramisu, begleitet von einem Florio Marsala Semisecco Superiore Riserva. Die Cantina Florio produziert seit 1833 Marsala. Diese Weine werden wie Portwein zur Abstoppung der Gärung mit Traubenmost und reinem Alkohol versetzt. Anschliessend erfolgt die Reifung für 6 Jahre im Barrique. Die komplexe Aromatik und eine angenehme Süsse wussten zu begeistern. Zuletzt wurde Markus Betschart für die gelungene Weinverkostung und seine mit grossem Engagement vorgetragenen Erläuterungen mit grossem Applaus verabschiedet.
Michael Rück