Gerne unterschätzt und wenig gewürdigt
Die fundierte Einführung in die Ressorts Cabernet Franc zeigt deutlich, dass diese oft unterschätzte Sorte eine bedeutende Rolle in der Wein Welt spielt. Als eine der Eltern Sorten des Cabernet Sauvignon verfügt sie über eine lange Geschichte und wir heute weltweit angebaut, mit Schwerpunkten in Frankreich, insbesondere im Liestal und in Bordeaux.
Der Präsident Jean-Michel Stampfli begrüsste zur diesjährigen Generalversammlung im Bahnhöfli Brügg. Bei den Traktanden gab es keine Überraschungen, alle wurden von den Teilnehmern genehmigt. Anschliessend führten Dominique und Kurt Müller durch die Degustation mit dem Thema Cabernet Franc, die bei allen auf grosse Begeisterung stiess.
Zu Beginn erhielten die Teilnehmenden elegante, eher fein strukturierten Weine mit Aromen von roten Früchten wie Himbeeren und Kirschen, ergänzt durch würzige und leicht pflanzliche Noten. Im Vergleich zum kräftigeren Cabernet Sauvignon zeigt sich Cabernet Franc zugänglicher, mit weicheren Tanninen und einer harmonischen Struktur.
Von der Theorie zur Praxis
Im praktischen Teil der Degustation konnten die Teilnehmenden diese theoretischen Erkenntnisse direkt erleben. Eine vielfältige Auswahl an Weinen aus unterschiedlichen Regionen und Ländern zeigte eindrücklich die Bandbreite dieser Rebsorte. Vom frischen und fruchtbetonten Rosé über elegante, finessenreiche Rotweine bis hin zu kraftvollen, im Barrique ausgebauten Exemplaren wurde die ganze stilistische Vielfalt präsentiert.
Besonders spannend war der Vergleich der verschiedenen Herkunftsgebiete. Schweizer Vertreter überzeugten durch ihre Ausgewogenheit und Eleganz, während Weine aus Frankreich mit feiner Struktur und klassischer Stilistik punkteten. Internationale Beispiele aus Ländern wie Südafrika, Österreich, Italien oder Argentinien brachten zusätzliche Facetten ins Spiel. Die unterschiedlichen Ausbauarten, etwa im Stahltank oder im Holzfass, trugen zur geschmacklichen Vielfalt bei und wurden von den Teilnehmenden aufmerksam wahrgenommen und diskutiert. Es zeigte eindrücklich, wie stark Terroir, Klima und Ausbau den Charakter eines Weines prägen können. Trotz dieser Unterschiede blieb die typische Handschrift des Cabernet Franc stets erkennbar.
Die Teilnehmenden konnten in der Kombination aus fundierter Theorie und spannender Praxis ihr Wissen über Cabernet Franc erweitern. Dazu durften sie zahlreiche qualitativ hochwertige Weine kennenlernen und geniessen
Jean-Michel Stampfli
Degustierte Weine
- Delaire Graff Cabernet Franc Rosé 2024 / Delaire Graff, Südafrika
- Cabernet Franc Premier «Le Palin» 2019 / Grillette CH
- Cuvée 1844 Cabernet Franc 2023 / Roland und Karin Lenz, CH
- Cabernet Franc 2020 / Gregor Kuonen, CH
- Cabernet Franc Unblugged 2020 / Hannes Reeh, Österreich
- Cabernet Franc Frank Venezia IGT Barollo 2021 / Weingut Barollo, Italien
- Saumur Champigny AG La Haye Dampierre 2020 / Domaine Antoine Sanzay, Frankreich
- Rainbow’s End Cabernet Franc 2022 / Weingut Rainbow’s End, Südafrika
- La Cayetana Cabernet Franc 2021 / Weingut La Cayatena, Argentinien
- Marjico Cabernet Franc 2015 / Marjico Wines bi Jim Irvine, Australien