Sprache auswählen

 

Schweizerische Vereinigung der Weinfreunde

(ANAV)

 

Präsentator Alban Gottardo von Balkavina aus Lausanne

Weine aus dem Balkan

Unter dem Motto «Weine aus dem Balkan» nahmen 19 Weinfreundinnen und Weinfreunde der Sektion Biel an einem genussvollen und lehrreichen Abend teil. Die Präsentation wurde von Alban Gottardo, Geschäftsleiter von Balkavina aus Lausanne, gehalten. Unterstützt wurde er von seinem Bruder Emeric Gottardo.

Gemeinsam vermittelten die beiden Referenten den Teilnehmenden die faszinierende Welt der Balkanweine auf sympathische, kompetente und professionelle Weise. Dabei war die grosse Leidenschaft von Alban Gottardo für die Weine und die Weinbaukultur dieser Region während des ganzen Abends deutlich spürbar.

Der Weinbau auf dem Balkan blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück. Bereits die Griechen und Römer kultivierten in dieser Region Weinreben. Das günstige Klima mit warmen Sommern, milden Wintern und vielfältigen geografischen Bedingungen bietet ausgezeichnete Voraussetzungen für den Weinbau. Heute umfasst die Balkanregion zahlreiche bedeutende Weinländer wie Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Bulgarien und Rumänien. Nach dem Ende der sozialistischen Massenproduktion entstanden vielerorts kleinere, qualitätsorientierte Weingüter, die sich vermehrt auf traditionelle Methoden und autochthone Rebsorten konzentrieren.

Familienweingüter und einheimische Trauben
Balkavina importiert und vertreibt ausgewählte Premiumweine aus den Balkanländern in der Schweiz. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Familienweingütern und einheimischen Rebsorten, die den Weinen ihren unverwechselbaren Charakter verleihen.

Zum Auftakt des Abends wurde ein Schaumwein serviert, der die Gäste auf die anschliessende Reise durch die Weinregionen des Balkans einstimmte. Die erste Weissweinserie führte die Teilnehmenden nach Serbien, Kroatien und Slowenien. Besonders interessant waren dabei die autochthonen Rebsorten Tamjanika aus Serbien, eine aromatische Muskatvariante, die Malvazija Istarska aus Istrien sowie die slowenische Rebula, die als eine der wichtigsten Rebsorten der Region Goriška Brda gilt.

In der zweiten Weissweinserie wurden komplexere und anspruchsvollere Weine präsentiert. Dazu gehörten unter anderem die Malvazija Istarska ‘La Prima’ vom Weingut Fakin in Istrien, die während zwölf Monaten in Akazienfässern ausgebaut wurde, sowie die Erzetič Orbis Rebula, ein aussergewöhnlicher Wein mit langem Fass- und Flaschenausbau. Ebenfalls verkostet wurde die Balatin Cuvée des bosnischen Weinguts Jungić, eine elegante Assemblage aus Chardonnay, Riesling, Sauvignon Blanc und Traminer.

Nach den Weissweinen wurde die Vorspeise serviert. Der griechische Salat mit Fetakäse, Oliven und Fladenbrot passte hervorragend zu den frischen und aromatischen Weissweinen und sorgte für einen gelungenen kulinarischen Übergang.

Eigenständige Profile
Anschliessend standen die Rotweine im Mittelpunkt. In einer ersten Serie wurden eher unkomplizierte, typische Vertreter ihrer Herkunft vorgestellt. Die Teilnehmenden lernten dabei interessante Rebsorten wie den serbischen Prokupac und die slowenische Črna Rebula kennen. Diese Weine zeigten eindrucksvoll das eigenständige Profil der Balkanregion und verdeutlichten, wie stark sich die Weine von den bekannteren westeuropäischen Stilen unterscheiden können.

Die zweite Rotweinserie bildete den Höhepunkt des Abends. Hier wurden Spitzenweine aus den besten Lagen und Jahrgängen präsentiert. Besonders beeindruckten der Cabernet Franc 2019 des Weinguts Jungić aus Bosnien-Herzegowina, der Ferdinand Época Rdeče 2021 aus Slowenien, der kraftvolle Fakin Teran Il Primo 2021 aus Istrien sowie der Jungić Šikar Premium 2015, eine hochwertige Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Vranac, Cabernet Franc und Syrah. Diese Weine überzeugten durch Tiefe, Komplexität und grosses Reifepotenzial.

Zum Hauptgang wurden Cevapcici mit Kräuterjoghurt und Pommes Frites serviert. Die würzigen Fleischspezialitäten harmonierten ausgezeichnet mit den kräftigen Rotweinen und unterstrichen die kulinarische Verbindung zur Balkanregion. Den gelungenen Abschluss bildeten Baklava und Kaffee, welche den Gästen nochmals einen authentischen Eindruck der Gastfreundschaft und Genusskultur Südosteuropas vermittelten.

Die Degustation zeigte eindrucksvoll, dass die Balkanländer heute zu den spannendsten Weinregionen Europas zählen. Neben modernen Weinbereitungsmethoden sind es vor allem die zahlreichen autochthonen Rebsorten und die starke Verbundenheit der Winzer mit ihrer Tradition, welche den Weinen ihre unverwechselbare Identität verleihen. Der Abend war nicht nur eine spannende Entdeckungsreise durch die Weinwelt des Balkans, sondern auch ein schönes Beispiel dafür, wie Wein Menschen verbindet und neue Horizonte eröffnet.

Jean-Michel Stampfli


Les vins dégustés

  • Mousseux Franković Stella Brut, Croatie
  • Doja Tamjanika 2023, Serbie
  • Franković Malvazija Istarska 2025, Croatie
  • Erzetič Classic Rebula 2023, Slovénie
  • Fakin Malvazija La Prima 2023, Croatie
  • Erzetič Orbis Rebula 2019, Slovénie
  • Jungić Balatin Cuvée 2018, Bosnie-Herzégovine
  • Doja Prokupac 2020, Serbie
  • Erzetič Classic Črna Rebula 2021, Solvénie
  • Jungić Cabernet Franc Premium 2019, Bosnie-Herzégovine
  • Ferdinand Época Rdeče 2021, Slovénie
  • Fakin Teran Il Primo 2021, Croatie
  • Jungić Šikar Premium 2015, Bosnie-Herzégovine

Biel 090526 Balkan zum Dank 1280x800

Die Präsentatoren Alban und Emeric Gottardo (beide Mitte) erhalten zum Dank zwei Bielersee-Weine.