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Schweizerische Vereinigung der Weinfreunde

(ANAV)

 

Freundschaften auffrischen und neue Freunde finden

Frohe Gesichter, eifrige Diskussionen, Gedanken zur Zukunft der ANAV, in Gläser und Fachgespräche vertiefte Nasen und Personen prägten den Anlass rund um die Delegiertenversammlung und das Finale der Coupe ANAV in Berneck.

Um es vorneweg zu nehmen: der Anlass der Weinfreunde anlässlich der Delegiertenversammlung und der Coupe ANAV in Berneck war von der Weingilde Gallus hervorragend organisiert. Die vielen helfenden Hände aus der Sektion verliehen dem Anlass mit ihren frohen Gesichtern einen festlichen Rahmen.

Während sich die Delegierten am Morgen zur Beratung der üblichen anstehenden Geschäfte und der eingegangenen Anträge zurückzogen, marschierten die Gäste zur Küferei Thurnheer. Aus der Delegiertenversammlung sei nur Folgendes verraten: Die Stimmberechtigten unterstützten die Budgetvariante, die wie in den vergangenen 15 Jahren einen trotz Teuerung gleichbleibenden Beitrag pro Mitgliederadresse von 25 Franken für die Informations- und Organisationsarbeiten der Schweizerischen ANAV vorsehen. Aus den Reihen des Vorstandes wurde Rolf Gremlich nach neun Jahren Mitarbeit mit herzlichem Dank verabschiedet. Seine Inputs und seine Mitarbeit seien stets wertvoll gewesen, wie Präsident Urs Goetschi betonte. «Er hat auch massgeblich den Prix Ami du Vin neu positioniert und ihm seinen Stempel aufgedrückt», verdankt er Rolf Gremlichs Verdienste um die Vereinigung. Rolf selbst freut sich auf die Zukunft: «Als ich noch Präsident der Engadiner war, musste ich als Delegierter an die Versammlung, nachher als Vorstandsmitglied, künftig werde ich an diesen Anlässen gleich in den Apéro gehen können», lacht er.

Inzwischen waren die übrigen Weinfreunde in der Küferei Thurnheer angelangt, wo sich die Eichenbretter im Hof stapeln. In der Werkstatt fühlte man sich in Zeiten zurückversetzt, als Handwerk noch wirklich das Werk der Hände war. Der Inhaber Martin Thurnheer lässt es sich nicht nehmen, im Winter selbst im Wald die Bäume auszusuchen, die er zu Fässern verarbeiten will. Eine Arbeit, die zwingend im Winter ausgeführt werden muss, denn die Poren von im Sommer gefällten Eichen sind zu weit geöffnet und somit für die Verwendung von Weinfässern nicht geeignet. Im Gegensatz zu anderen Küfern – wie Martin Thurnheer aus dem Nähkästchen plaudert – spalte er das Holz für die Dauben und säge es nicht. So verletze er die Fasern weniger und vermeide das Risiko von rinnenden Astlöchern. Aber er müsse so mehr Abfallholz in Kauf nehmen. Die zusammengefügten Fässer toastet er erst, wenn sie vom Käufer bestellt sind. So kann er jedes Fass entsprechend den Kundenwünschen rösten.

Zur Stärkung trafen sich die Weinfreunde alle im Torkel, wo jährlich der Torkelwein gepresst wird. Gemäss Auskunft des Torkelmeisters Jakob Schegg ist dies einer der wenigen Torkel in der Schweiz, mit dem regelmässig Trauben gepresst werden. Eine Flasche dieses Weines durften zum Abschied alle Weinfreundinnen und -freunde mit nach Hause nehmen. Die Torkelmannschaft stellte sich an den Grill und bot den Teilnehmenden eine St. Galler Bratwurst – natürlich ohne Senf – an.

Die Gruppen, die es ins Finale der Coupe ANAV geschafft hatten, zogen mit leichter Nervosität in die Mehrzweckhalle. Für die anderen Gäste war eine Tour mit dem Nachtwächter geplant. Manchen trat zwar schon beim Gedanken an einen Spaziergang in der heissen Mittagssonne den Schweiss auf die Stirn. Doch angesichts der gestrickten Wollkniesocken und dem warmen Wams des Nachtwächters war die Klage über die Hitze nicht angemessen. Der Nachtwächter hatte allerdings ein kühleres Angebot im Programm: die Besichtigung des Museums, einer Kapelle und der Kirche ‘Unserer lieben Frau’. Im stattlichen Museum zeugen viele Gegenstände aus Grossmutters Zeiten von der Vergangenheit. Im Töpferkeller zeigt eine reiche Auswahl an Gefässen, Krügen und Töpfen, dass Berneck einst Hochburg für Keramik aller Art war. Heute ist das Dorf mit 4000 Einwohnern eine Hochburg der Vereine. 54 sind es an der Zahl. Ein berühmter Bürger des Dorfes war der Schriftsteller und Pfarrer Heinrich Federer. Zu weltweit noch mehr Berühmtheit hat es hingegen sein Namensvetter Roger gebracht, dessen Heimatort Berneck ist. Ein kühles Glas Wein unter einem stattlichen Lindenbaum zwischen Kirche und Kappelle schloss den Rundgang mit dem Nachtwächter ab.

Unter den kühlen Bögen des Rathauses hatten sich in der Zwischenzeit Winzer aus Berneck und der nahen Umgebung zur Degustation vorbereitet, boten den Gästen einen Ein- und Überblick in das Weinschaffen der Region und waren gerne bereit, über ihr Schaffen zu erzählen. Dabei gönnten sich einige auf den schattigen Treppenstufen eine Pause, während andere ihr noch im Wettbewerbsmodus befindliches Gemüt beruhigten.

Und bereits wartete der Abschluss des Tages mit einem wohlschmeckenden Gala-Diner aus der Ochsen-Küche und vier Weinen von Weinfreunde-Winzern aus Berneck. Die Weinfreundinnen und -freunde genossen nicht nur das Mahl, sondern auch die Gespräche über die Sektionsgrenzen hinweg. Gelegenheit, um alte Freundschaften aufzufrischen oder neue zu finden.

Schliesslich wurde es Zeit, die Gewinnenden der Coupe ANAV zu verkünden. Das Siegerteam des Swiss Wine Award, das beim Degustieren der Schweizer Weine am meisten Punkte erreichte, war das Frauenteam der Sektion Mendrisiotte Era Ora mit Anna Valli, Raffaella Zolla und Eleonora Zanetti. Beim Lösen der theoretischen Fragen und dem Degustieren der zwölf Weine erreichte das Team Zofingen 3 mit Christian Bärtschinger, Christoph Bürgi und Bertrand Gentizon den ersten Rang. Den zweiten Rang sicherte sich das Berner Team mit Peter Liechti, Marcel Andrey und Sandro Burn. Den dritten Rang erreichte das Team Era Ora aus dem Mendrisiotto mit Anna Valli, Raffaella Zolla und Eleonora Zanetti, das leider bereits auf dem Heimweg war und den Applaus und die Preise nicht in Empfang nehmen konnte.

Langsam lichteten sich die Reihen. Manche nachten sich auf den Heimweg, die übrigen rückten an den Tischen zusammen und genossen die Geselligkeit bis in die späten Abendstunden.


Hier finden Sie zahlreiche Fotos von allen Programmpunkten. Die Fotos stammen von Stefan Schreiber der Weingilde Gallus und von Cornel Oertle, ANAV-Kommunikation (in chronologischer Form in Fotoalben).

Click auf die folgenden Fotos für Fotoalbum und Vergrösserung.

Empfang, Delegiertenversammlung, Küferei, Apero, Nachtwächter, Weindegustation, Dinner (276 Stück):

 
Coupe ANAV Finale (124 Stück):